Enduro

Enduro – Abenteuer und Technik im Gelände

Action abseits befestigter Straßen. Hier heißt es: Über Stock und Stein, durch Schlamm und über Wurzeln. Diese anspruchsvolle Geländesportart fordert Ausdauer, technische Finesse und eine gute Portion Mut.

Starke Maschinen agieren so wie der Fahrer in der Lage ist, sie zu beherrschen. Kopf an Kopf Rennen um zehntel Sekunden.

Steile Anstiege, schmale Trails und anspruchsvolle Passagen verlangen volle Konzentration und Fitness. Genau diese Mischung macht den Reiz aus. Ob Training oder Wettkampf – Enduro bringt Naturerlebnis und Motorsportspaß zusammen.

Enduro ist ein Motorrad-Geländesport, der neben Geschwindigkeit auch die Ausdauer des Fahrers und die Zuverlässigkeit des Motorrads auf längeren Strecken fordert. Die Teilnehmer starten in kurzen Zeitabständen auf eine ihnen unbekannte Route.

Die Strecken führen über öffentliche Wege, Straßen und durch unwegsames Gelände mit Hindernissen. Enduro-Motorräder müssen der Straßenverkehrsordnung entsprechen und sind daher auch im öffentlichen Straßenverkehr zugelassen.

Beim klassischen Enduro müssen die Fahrer einen bis zu 50 Kilometer langen Rundkurs drei- bis viermal innerhalb einer vorgegebenen Zeit absolvieren. Wenn es einem Teilnehmer nicht gelingt, die Zeit einzuhalten, erhält er Strafzeiten. Zusätzlich werden Sonderprüfungen aus den Bereichen Cross-, Enduro- oder Extremsport in die Strecke eingebaut.

Es gibt auch viele andere Formen des Endurosports. Beim Stundenenduro zum Beispiel müssen die Fahrer in einer bestimmten Zeit möglichst viele Runden auf einem kurzen Rundkurs absolvieren. Diese Wettbewerbe dauern meist zwischen zwei und zwölf Stunden.

Besonders bei Mehrstundenenduros, die unsere Hauptveranstaltungen ausmachen, kommt es auf Ausdauer und Strategie an. Hierbei müssen die Fahrer in einer vorgegebenen Zeit – meist zwischen zwei und zwölf Stunden – möglichst viele Runden auf einem kürzeren Rundkurs absolvieren. Diese Wettbewerbe stellen eine besondere Herausforderung dar, da sowohl Fahrer als auch Maschine über einen längeren Zeitraum konstant gute Leistung erbringen müssen.

In der Pfalz ist die Enduro-Szene lebendig und bietet zahlreiche Möglichkeiten für alle, die gern im Gelände unterwegs sind und den Adrenalinkick suchen.

Wenn Du Dich also auch auf die Enduro-Maschine schwingen willst, informiere Dich gleich hier oder bei Deinem nächsten Ortsclub

  • Rehna wird zur Schlammschlacht – Sydow und Chlum machen ihre Meistertitel perfekt

    Die 74. ADAC Geländefahrt „Rund um Rehna“ fordert Mensch und Maschine – Jeremy Sydow bleibt ungeschlagen, Matyas Chlum entscheidet einen echten Titelkrimi für sich und auch der Deutsche Enduro-Cup meldet sich eindrucksvoll zurück. Enduro kann manchmal ganz anders aussehen, als man es sich im Vorfeld vorstellt. Eigentlich sollte die Rückkehr der Deutschen Enduro Meisterschaft nach drei Jahren Pause nach Rehna ein großes Motorsportfest zum 60-jährigen Vereinsjubiläum des MC Rehna werden. Stattdessen stellte das Wetter Veranstalter, Helfer und Teilnehmer vor eine der größten Herausforderungen des Wochenendes. Dauerregen am Freitag verwandelte die Strecke in eine tiefschlammige Angelegenheit, während kräftiger Wind zusätzlich für schwierige Bedingungen sorgte. Erst am Samstagmorgen zeigte sich das Wetter von seiner freundlicheren Seite – zumindest für einige Stunden. Rund 220 Starter machten sich schließlich auf den Weg und bekamen einen Renntag geboten, der seinem Namen als Geländefahrt alle Ehre machte. Schon der Weg zur Veranstaltung ließ erahnen, was auf die Teilnehmer zukommen würde. Die Wassermassen des Vortages hatten die Stoppelfelder und insbesondere die Cross-Strecke des MC Rehna massiv aufgeweicht. Entsprechend groß war die Frage, ob und wie die Veranstaltung unter diesen Bedingungen durchgeführt werden konnte. Rennleitung und Veranstalter entschieden sich schließlich dafür, den Lauf stattfinden zu lassen – und sollten dafür belohnt werden. Pünktlich um 8:30 Uhr gingen die ersten Motorräder vor der beeindruckenden Kulisse des Klosterhofs auf die Strecke. 70 Kilometer Enduro und zwei völlig unterschiedliche Prüfungen. Rund 70 Kilometer mussten die Teilnehmer pro Runde bewältigen. Für die DEM-Klassen standen drei Runden auf dem Programm, die übrigen Klassen absolvierten zwei Umläufe. Zwei Sonderprüfungen warteten dabei auf jeder Runde. Den Auftakt bildete der Cross-Test auf der vereinseigenen Motocross-Strecke. Normalerweise hätte die aufwendig vorbereitete Strecke ein echtes Highlight werden sollen. Nach dem Regen vom Freitag war davon allerdings nicht mehr viel übrig. Tiefer Schlamm, große Pfützen und ein Untergrund, der mit jeder Runde schwieriger wurde, machten die Prüfung zu einer echten Herausforderung. Wer diesen Abschnitt hinter sich gebracht hatte, durfte sich auf eine lange Enduro-Runde durch die Landschaft rund um Rehna freuen. Über Wiesen, Felder und schnelle Passagen führte die Strecke durch das typische norddeutsche Gelände. Der zweite Test war mit einer Fahrzeit von rund elf Minuten deutlich länger und bot vor allem in den schnellen Abschnitten beste Voraussetzungen für spannende Positionskämpfe. Doch während die Fahrer zunächst noch auf einen halbwegs trockenen Renntag hoffen konnten, sollte der Regen später noch einmal zum entscheidenden Faktor werden. Jeremy Sydow fährt in einer eigenen Liga. Einer, der sich davon überhaupt nicht beeindrucken ließ, war Jeremy Sydow. Der Chemnitzer brachte das Selbstvertrauen seiner starken Auftritte auf internationaler Bühne mit nach Rehna und setzte vom ersten Meter an ein Ausrufezeichen. Der Triumph-Pilot fand sofort seinen Rhythmus und ließ der Konkurrenz in den Sonderprüfungen keine Chance. Ob tiefer Schlamm auf dem Cross-Test oder schnelle Passagen im Endurotest – Sydow bewegte seine Maschine mit einer Präzision, die einmal mehr deutlich machte, warum er aktuell das Maß der Dinge im deutschen Endurosport ist. Am Ende stand eine beeindruckende Bilanz: sechs Sonderprüfungen, sechs Bestzeiten. Sydow blieb damit über den gesamten Renntag ungeschlagen und sicherte sich souverän den Sieg im Championat. Doch für ihn war der Tag noch aus einem anderen Grund besonders. Mit seinem Erfolg in Rehna machte Jeremy Sydow gleichzeitig die vorzeitige Titelverteidigung in der Klasse E1 perfekt. Der Triumph-Pilot ist damit erneut Deutscher Meister in seiner Klasse. Der E1-Titel war allerdings nicht das einzige Ziel, das Sydow an diesem Wochenende im Blick hatte. Im Championat ist die Entscheidung noch nicht gefallen – und genau dort will der Chemnitzer beim Finale in Streitberg ebenfalls ganz oben stehen. Fischeder bleibt erster Verfolger. Hinter Sydow entwickelte sich der Kampf um Platz zwei deutlich spannender. Luca Fischeder erwischte einen starken Renntag und war erneut derjenige, der dem späteren Sieger am nächsten kam. Der Sherco-Pilot konnte Sydow zwar in keiner Prüfung schlagen, hielt den Rückstand aber über weite Strecken in Grenzen. Am Ende trennten die beiden im Championat nur gut eine halbe Minute. Fischeder bestätigte damit einmal mehr seine Rolle als stärkster Verfolger Sydows. Gleichzeitig holte er sich den Sieg in der Klasse E3. Einen weiteren Schritt Richtung Meisterschaft konnte er allerdings noch nicht machen. Sein Titelkampf bleibt bis zum Finale offen. Gerade Toni Hoffmann, der auf den schnellen Passagen des Cross-Tests seine Motocross-Erfahrung ausspielen konnte, hält die Entscheidung weiter offen. Auch Maximilian Wills zeigte eine starke Leistung und beendete den Renntag auf Rang zwei der E3- Klasse. Für Fischeder bleibt damit klar: Der Titel wird erst in Streitberg endgültig vergeben. E2-Thriller: Matyas Chlum wird erneut Deutscher Meister. Noch spannender wurde es in der Klasse E2. Für Matyas Chlum war Rehna ein Rennen, bei dem es um weit mehr als nur den Tagessieg ging. Der Tscheche musste gewinnen, um sich bereits vor dem Finale zum Deutschen Meister zu krönen. Entsprechend groß war der Druck. Und genau das merkte man dem Sherco-Piloten zunächst auch an. Die erste Runde verlief nicht nach Wunsch, einige Fehler kosteten wichtige Sekunden. Hinter ihm blieb Franz Lövquist auf seiner Yamaha hartnäckig. Der Schwede machte Druck und hielt den Abstand über den gesamten Renntag gering. Chlum musste also bis zum letzten Meter kämpfen. In der letzten Sonderprüfung wurde es schließlich noch einmal richtig eng. Mehrere kleinere Stürze kosteten Chlum jeweils einige Sekunden. Lövquist kam bis auf weniger als eine Sekunde heran. Doch auch der Schwede blieb nicht fehlerfrei und so brachte Chlum seinen hauchdünnen Vorsprung ins Ziel. 0,81 Sekunden entschieden letztlich den Sieg in der E2-Klasse zugunsten von Matyas Chlum. Damit hatte der Tscheche genau das geschafft, was er sich vorgenommen hatte: Er gewann und sicherte sich gleichzeitig vorzeitig den Deutschen Meistertitel in der E2. Für Chlum ist es bereits der zweite deutsche Meistertitel, nachdem er 2024 die E3-Klasse für sich entschieden hatte. Eine besondere Bedeutung hat dieser Titel auch deshalb, weil Chlum beim Finale in Streitberg nicht am Start sein wird. Dort steht für ihn der Einsatz mit der tschechischen Trophy-Mannschaft bei den Six Days auf dem Programm. Der Titel in der Tasche war somit die perfekte Lösung für den Termin- Konflikt. Wenn der Regen zurückkommt. Nach den zunächst erstaunlich guten Bedingungen am Samstagmorgen änderte sich das Bild im Laufe des Tages. Ein heftiger Regenguss traf die Strecke und verwandelte die ohnehin schwierigen Passagen erneut in tiefe Schlammlöcher. Was am Anfang noch einigermaßen abgetrocknet war, wurde plötzlich wieder rutschig und schwer. Besonders für die Maschinen wurde der Renntag damit zur Belastungsprobe. Einer, den es besonders hart traf, war Pascal Sadecki. Der Junior war bis kurz vor dem Ziel auf dem Weg zu einem starken Ergebnis und hatte zuvor sogar mehrere Bestzeiten gesammelt. Doch dann blieb seine Maschine stehen. Aufgeben kam für das Team trotzdem nicht infrage. Mit vereinten Kräften wurde Pascal schließlich per Gurt ins Ziel geschleppt. Das Problem: Durch die unfreiwillige Bergungsaktion kam er zu spät an der Zeitkontrolle an. Die Folge war der Wertungsausschluss. Davon profitierte Leon Koch. Der Junior durfte sich nicht nur über seinen ersten Tagessieg freuen, sondern übernahm gleichzeitig die Führung in der Junioren-Meisterschaft. Ein perfektes Beispiel dafür, wie schnell sich im Enduro die Situation verändern kann. Max Stradtner liebt den Schlamm. Während andere Fahrer mit den Bedingungen kämpften, schien Max Stradtner den tiefen Untergrund geradezu zu genießen. Auf seiner 125er zeigte der Nachwuchsfahrer in der J2-Klasse eine beeindruckende Vorstellung. Mit viel Selbstvertrauen und einer konstant starken Leistung fuhr Stradtner den Sieg nach Hause und bewies, dass auch unter schwierigsten Bedingungen eine saubere und kontrollierte Fahrweise zum Erfolg führen kann. Der Deutsche Enduro-Cup ist zurück. Nach der langen Sommerpause meldete sich in Rehna auch der Deutsche Enduro-Cup zurück. Und auch hier wurde schnell deutlich, dass die Pause dem sportlichen Niveau keinen Abbruch getan hatte. Im B-Championat setzte sich Janik Koßack durch. Der Meisterschaftsführende zeigte eine starke Vorstellung und gewann gleichzeitig die Klasse E1B. Christopher Schmidt belegte Rang zwei, Jonathan Petter komplettierte das Podium. Damit gelang Koßack ein perfekter Wiedereinstieg in die zweite Saisonhälfte und er konnte seine Position an der Spitze des DEC weiter festigen. Auch in den weiteren Klassen gab es spannende Entscheidungen. Axel Hechelei setzte sich bei den Super Senioren durch und fuhr den Sieg mit einem starken Vorsprung nach Hause. Bei den Damen ging der Sieg dagegen ganz in den hohen Norden – genauer gesagt nach Schweden. Lisa Nyqvist dominierte ihre Klasse und setzte sich mit deutlichem Vorsprung gegen ihre Konkurrentinnen durch. Rehna zeigt, was Enduro ausmacht. Am Ende bleibt von diesem Wochenende vor allem eines: eine Veranstaltung, die gezeigt hat, wie vielfältig und unberechenbar Enduro sein kann. Der Freitag brachte Regen ohne Ende, die Strecke verwandelte sich in eine Schlammlandschaft, und zeitweise musste sogar um die Durchführbarkeit der Veranstaltung gebangt werden. Am Samstag folgte dann ein Renntag mit zunächst überraschend guten Bedingungen, bevor ein erneuter Regenguss die Strecke noch einmal komplett auf den Kopf stellte. Und genau das ist Enduro! Es sind nicht nur die schnellsten Sonderprüfungszeiten, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Es geht darum, über viele Kilometer konzentriert zu bleiben, die richtige Linie zu finden, die Maschine zu schonen und auch dann weiterzumachen, wenn die Bedingungen längst nicht mehr dem entsprechen, was man sich am Morgen vorgestellt hat. Für den MC Rehna war die Rückkehr der Deutschen Enduro Meisterschaft nach zwei Jahren Pause damit ein Wochenende, das sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Zum 60-jährigen Vereinsjubiläum wurde der Endurosport mitten in die Stadt geholt. Start und Parc Fermé im historischen Umfeld sorgten für eine besondere Atmosphäre und machten die Veranstaltung auch für Zuschauer zu einem besonderen Erlebnis. Sportlich sind nach Rehna zwei weitere Titel vergeben. Jeremy Sydow verteidigt seine E1-Krone, Matyas Chlum ist neuer Deutscher Meister in der E2. In der E3 und im Championat bleibt dagegen noch alles offen. Die Entscheidung fällt am 18. Oktober beim Finale in Streitberg. Dort werden die letzten Punkte vergeben – und damit auch die letzten offenen Fragen der DEM-Saison 2026 beantwortet.
    Alle ausführlichen Ergebnisse sind unter www.enduro-dm.de zu finden.


    Text: Alexander Gehlert / ADAC Enduro Foto: Marcel Sänger / ADAC Enduro

    Jeremy Sydow bleibt makellos – packender Zweikampf begeistert beim Sprint- Enduro in Großlöbichau

    Der Sonntagmorgen begann im Gemdental mit dichtem Nebel. Während sich die ersten Sonnenstrahlen langsam ihren Weg durch die Thüringer Landschaft bahnten, wartete bereits der zweite Renntag des Sprint-Enduros der Deutschen Enduro Meisterschaft auf Fahrer und Zuschauer. Pünktlich um 8:00 Uhr eröffnete die Mini Enduro Europameisterschaft den Renntag. Die Nachwuchstalente kämpften sich zunächst durch die morgendlichen Nebelschwaden, ehe sich Petrus von seiner besten Seite zeigte. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und sommerliche Temperaturen sorgten für perfekte Bedingungen und eine beeindruckende Kulisse rund um die drei abwechslungsreichen Sonderprüfungen. Nachdem die Sieger der Mini Enduro Europameisterschaft feststanden, richtete sich der Blick auf den Höhepunkt des Tages. Fünf Runden mit jeweils drei Sonderprüfungen warteten auf die Fahrer der Deutschen Enduro Meisterschaft. Nach der Überraschung des Vortages stellte sich vor allem eine Frage: Konnte Henry Strauss seine sensationelle Leistung bestätigen oder blieb der dritte Gesamtrang eine einmalige Geschichte? Bereits in den ersten Prüfungen wurde deutlich, dass sich an der Spitze erneut alles auf einen Zweikampf zuspitzen würde. Triumph-Pilot Jeremy Sydow präsentierte sich einmal mehr in beeindruckender Form. Die trockenen und harten Bedingungen kamen dem Tabellenführer entgegen. Seine Erfahrungen aus den vergangenen Läufen der EnduroGP waren deutlich zu erkennen. Ruhig, kontrolliert und nahezu fehlerfrei bewegte sich Sydow durch alle drei Sonderprüfungen. Doch der amtierende Deutsche Meister Luca Fischeder wollte seinem Konkurrenten den Tagessieg keineswegs kampflos überlassen. Der Sherco-Pilot hatte am Samstag noch mit einer Grippe zu kämpfen, wirkte am Sonntag jedoch deutlich erholter und ging von Beginn an voll auf Angriff. Besonders im Cross-Test setzte Fischeder immer wieder die Bestzeiten und verkürzte den Rückstand auf seinen       Dauerrivalen kontinuierlich. Jeremy Sydow ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Während Fischeder im Cross-Test glänzte, konterte der Triumph-Pilot eindrucksvoll im Enduro- und Extreme-Test. Mit seiner außergewöhnlichen Konstanz verteidigte er Runde für Runde die Gesamtführung und hielt den Druck seines Verfolgers bis zum Schluss stand. Die Zuschauer entlang der Strecke erlebten Motorsport auf höchstem Niveau. Zwei Ausnahmekönner lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, bei dem jede einzelne Sekunde zählte. Genau diese Duelle machen die Deutsche Enduro Meisterschaft seit Jahren aus und zeigten einmal mehr, wie eng die Leistungsdichte an der Spitze inzwischen geworden ist. Am Ende behielt Jeremy Sydow zwar erneut die Oberhand, doch so knapp wie selten zuvor. Mit lediglich 23 Sekunden Vorsprung sicherte sich der Triumph-Pilot den zweiten Championatssieg des Wochenendes vor Luca Fischeder und bleibt damit auch nach Großlöbichau weiterhin ungeschlagen. Gleichzeitig feierten beide Fahrer den Sieg in ihren jeweiligen Klassen. Für die nächste große Geschichte des Wochenendes sorgte erneut Henry Strauss. Wer seinen dritten Gesamtrang vom Samstag noch als Überraschung abgestempelt hatte, wurde am Sonntag eindrucksvoll eines Besseren belehrt. Der erst 17-Jährige etablierte sich besonders im Enduro- und Extreme-Test erneut unter den schnellsten Fahrern des gesamten Feldes. Lediglich im Cross-Test musste Strauss einige Sekunden auf die Konkurrenz einbüßen. Dennoch verteidigte er souverän den dritten Gesamtrang im Championat und feierte gleichzeitig einen weiteren Sieg in der Juniorenklasse J1. Der Hard-Enduro-Spezialist bewies eindrucksvoll, dass sein Erfolg keine Eintagsfliege war und gehört spätestens nach diesem Wochenende endgültig zu den positiven Überraschungen der Saison. In der Klasse E2 setzte sich erneut der Tscheche Matyas Chlum durch. Nach einem schwierigen Start steigerte er sich von Prüfung zu Prüfung und sicherte sich mit einer konstant starken Leistung verdient den Klassensieg. Auch in der Klasse E3 zeigte Toni Hoffmann eine starke Vorstellung. Der ehemalige Motocross-Profi spielte insbesondere im Cross-Test seine Stärken aus und machte dort entscheidend Zeit gut. Zwar verlor der BVZ-Pilot in den technisch anspruchsvolleren Prüfungen wieder etwas Boden, dennoch durfte er sich über Rang zwei in der Klasse sowie einen starken fünften Platz im Championat freuen. Nicht ganz zufrieden zeigte sich dagegen Triumph-Pilot Yanik Spachmüller. Mit einem Schmunzeln erklärte er nach dem Rennen, dass ihm die trockenen und ausgefahrenen Bedingungen deutlich weniger entgegenkamen als noch am Vortag. Entsprechend wechselhaft verliefen seine Sonderprüfungen. Dennoch sammelte er mit Rang drei in der Klasse E1 weitere wichtige Punkte für die Meisterschaft. Großen Grund zur Freude hatte dagegen Max Stradner. Der Beta-Pilot zeigte auf seiner 125-Kubik- Maschine eine beeindruckende Vorstellung. Trotz mehrerer kleiner Ausrutscher ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen und kämpfte sich immer wieder zurück. Seine starke Moral wurde schließlich mit dem Sieg in der Juniorenklasse J2 belohnt. Leider konnte der zweite Renntag nicht über die volle Distanz ausgetragen werden. Aufgrund eines schweren Verkehrsunfalls auf einer nahegelegenen Autobahn wurden sämtliche verfügbaren Rettungskräfte und Notärzte zu diesem Einsatz alarmiert. Nach Rücksprache mit Rennleitung und Verantwortlichen entschied man sich deshalb aus Sicherheitsgründen für einen vorzeitigen Abbruch der Veranstaltung, da eine medizinische Absicherung des Rennens nicht mehr im erforderlichen Umfang gewährleistet werden konnte. Eine Entscheidung, die zwar schade war, jedoch von allen Beteiligten mitgetragen wurde – die Sicherheit der Fahrer steht jederzeit an erster Stelle. Trotz des vorzeitigen Endes fällt das Fazit der Veranstalter durchweg positiv aus. Das Organisationsteam des MSTC Gemdental präsentierte gemeinsam mit den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern ein hervorragend organisiertes Sprint-Enduro-Wochenende und zeigte eindrucksvoll, welches Potenzial dieses Format besitzt. „Wir wollten den Fahrern und Zuschauern ein Wochenende bieten, das den Endurosport von seiner besten Seite zeigt – und ich glaube, genau das ist uns gelungen. Natürlich hätten wir den Renntag gerne regulär beendet, aber bei der Sicherheit gibt es keine Kompromisse. Mein großer Dank gilt allen Helfern, Sponsoren, Behörden und den vielen Ehrenamtlichen, die mit ihrem unglaublichen Einsatz diese Veranstaltung überhaupt möglich gemacht haben. Gleichzeitig freut es mich besonders, dass wir an beiden Tagen hochklassigen Sport erlebt haben und die Veranstaltung ohne schwerwiegende Verletzungen der Teilnehmer verlaufen ist“, resümierte Organisationsleiter Günter Dressel. Mit packenden Zweikämpfen, hervorragenden Streckenbedingungen, tausenden begeisterten Zuschauern und spannenden Entscheidungen verabschiedet sich Großlöbichau aus dem DEMKalender 2026. Jeremy Sydow reist zwar weiterhin mit einer makellosen Bilanz zum nächsten Meisterschaftslauf, doch der Vorsprung auf seine Verfolger schrumpft. Spätestens nach diesem Wochenende dürfte jedem klar sein: Die Deutsche Enduro Meisterschaft verspricht in den kommenden Läufen noch jede Menge Spannung. Alle ausführlichen Ergebnisse sind unter www.enduro-dm.de zu finden.


    10.08.2026 Text: Alexander Gehlert / ADAC Enduro Foto: Marcel Sänger / ADAC Enduro

    Großlöbichau liefert die erste dicke Überraschung im Championat

    Zwischen Weltklasse und Sensation: Jeremy Sydow dominiert, Henry Strauss stiehlt die Show. Mit dem dritten Lauf der Deutschen Enduro Meisterschaft ist am ersten Augustwochenende im thüringischen Großlöbichau die zweite Saisonhälfte offiziell eröffnet worden. Der MSTC Gemdental präsentierte sich dabei als hervorragender Gastgeber und bewies eindrucksvoll, warum sich die Veranstaltung innerhalb kürzester Zeit zu einem festen Bestandteil des DEM-Kalenders entwickelt hat. Anspruchsvolle Sonderprüfungen, wechselnde Wetterbedingungen und ein Championat voller spannender Geschichten sorgten für einen ersten Fahrtag, der kaum abwechslungsreicher hätte verlaufen können. Bereits am Vormittag gehörte die Bühne den Nachwuchstalenten der Mini-Enduro-Europameisterschaft. Am Nachmittag übernahmen schließlich die Fahrerinnen und Fahrer der Deutschen Enduro Meisterschaft sowie die nationale Jugendklasse bis 23 Jahre ohne Hubraumbeschränkung das Geschehen. Rund 18 Kilometer Streckenlänge und insgesamt fünf Runden bedeuteten für das A-Championat 15 Sonderprüfungen, die den Teilnehmern körperlich und fahrerisch alles abverlangten. Drei völlig unterschiedliche Wertungsprüfungen sorgten dabei für reichlich Abwechslung. Der schnelle Crosstest mit seinen weit gezogenen Kurven und langen Geraden verlangte Mut und Präzision, während der flüssig gesteckte Enduro-Test mit zahlreichen Hangpassagen und tückischen Wiesenkurven vor allem saubere Linienwahl und viel Gefühl am Gasgriff erforderte. Für das größte Grinsen unter den Fahrern sorgte jedoch der Extreme-Test. Kurz, steil und technisch anspruchsvoll entwickelte sich dieser Abschnitt schnell zum Publikumsliebling und zeigte eindrucksvoll, dass ein echter Extreme-Test hervorragend zur Deutschen Enduro Meisterschaft passt. Auch das Wetter schrieb seine eigene Geschichte. Pünktlich zum Start setzte Regen ein und verwandelte die ohnehin anspruchsvollen Sonderprüfungen in rutschige Herausforderungen. Erst im Laufe des Nachmittags kämpfte sich die Sonne durch die Wolken und sorgte dafür, dass die Bedingungen Runde für Runde schneller wurden. Wer sich am besten auf diese ständig wechselnden Verhältnisse einstellen konnte, verschaffte sich entscheidende Vorteile. Jeremy Sydow setzt das Maß aller Dinge Mit viel Rückenwind aus der Enduro-Weltmeisterschaft reiste Jeremy Sydow nach Thüringen. Der Triumph-Pilot hatte in den vergangenen Wochen mehrfach auf internationalem Parkett überzeugt und knüpfte nahtlos an diese Leistungen an. Vom ersten Test an bestimmte Sydow das Tempo und ließ keinen Zweifel daran, wer an diesem Samstag den Ton angeben würde. Trotz der schwierigen Bedingungen fand der Chemnitzer sofort seinen Rhythmus und überzeugte über den gesamten Renntag mit beeindruckender Konstanz. Selbst kleine Veränderungen der Streckenbedingungen brachten ihn nicht aus dem Konzept. Ein kleiner Sturz im letzten Enduro-Test blieb letztlich die einzige kleine Unachtsamkeit eines ansonsten nahezu perfekten Auftritts. Ohne größere Folgen sicherte sich Jeremy Sydow souverän den Sieg in der Klasse E1 und gewann mit mehr als zwei Minuten Vorsprung auch die Gesamtwertung des Championats. Eine Leistung, die einmal mehr unterstreicht, dass sich der Deutsche derzeit in der Form seines Lebens befindet. Luca Fischeder holt das Maximum heraus Ganz andere Voraussetzungen brachte Luca Fischeder mit nach Großlöbichau. Der amtierende Deutsche Meister kämpfte bereits seit mehreren Tagen mit einer hartnäckigen Erkältung und wusste schon vor dem Start, dass der Kampf gegen Jeremy Sydow unter diesen Umständen schwierig werden würde. Trotzdem stellte sich der Sherco-Pilot der Herausforderung und bewies einmal mehr, warum er seit Jahren zu den konstantesten Fahrern der Deutschen Enduro Meisterschaft gehört. Während die Kräfte im Laufe des Tages sichtbar nachließen, setzte Fischeder auf Erfahrung, Übersicht und kluges Rennmanagement. Anstatt unnötige Risiken einzugehen, konzentrierte er sich darauf, das Maximum aus seiner Situation herauszuholen. Diese Strategie zahlte sich aus. Mit einer starken Leistung gewann er die Klasse E3 und sicherte sich gleichzeitig Rang zwei im Championat. Es sind genau solche Renntage, die am Ende einer Saison oft über Titel entscheiden. Matyas Chlum bleibt eine feste Größe. Seit vielen Jahren gehört Matyas Chlum zu den bekanntesten Gesichtern im Fahrerlager der Deutschen Enduro Meisterschaft. Der sympathische Tscheche reist regelmäßig zu den deutschen Meisterschaftsläufen und zählt seit Jahren zu den konstantesten Fahrern im Feld. Auch in Großlöbichau stellte Chlum seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis. Mit dem Sieg in der Klasse E2 und Rang vier im Championat sammelte er wichtige Meisterschaftspunkte und bestätigte einmal mehr seine Rolle als einer der zuverlässigsten Spitzenfahrer der Serie. Henry Strauss schreibt die Geschichte des Tages. Die größte Überraschung des ersten Fahrtages trug allerdings den Namen Henry Strauss. Der gerade einmal 17-jährige Husqvarna-Pilot wollte das Wochenende ursprünglich lediglich nutzen, um erstmals mit einem großen Motorrad im klassischen Enduro an den Start zu gehen. Ein spannender Test sollte es werden – doch am Ende wurde daraus eine echte Sensation. Bereits im ersten Extreme-Test setzte Strauss die absolute Bestzeit gegen die komplette Konkurrenz und machte damit früh deutlich, dass mit ihm zu rechnen ist. Besonders in den technischen Prüfungen spielte der Hard-Enduro-Spezialist seine außergewöhnlichen Fähigkeiten aus und sorgte Runde für Runde für staunende Blicke entlang der Strecke. Mit dem Sieg in der Klasse J1 setzte der Nachwuchsfahrer ein erstes Ausrufezeichen. Noch beeindruckender war allerdings sein dritter Platz im Championat, mit dem er zahlreiche etablierte Spitzenfahrer hinter sich ließ. Fast noch sympathischer als seine Fahrleistung war seine Reaktion im Ziel. Mit einem breiten Grinsen erklärte Strauss, dass er eigentlich gedacht habe, noch näher an Jeremy Sydow und Luca Fischeder dran zu sein. Lediglich im Crosstest habe er gemerkt, dass die beiden an diesem Tag noch einmal ein anderes Tempo anschlagen konnten. Eine Aussage, die zeigt, wie unbekümmert der junge Husqvarna-Pilot an seine erste DEM herangegangen ist – und vielleicht genau deshalb für die größte Überraschung des Tages sorgen konnte. Andreas Beier beweist, dass Erfahrung unbezahlbar ist. Für eine weitere positive Überraschung sorgte Andreas Beier. Während vielerorts über die nächste Generation gesprochen wird, zeigte der erfahrene E2-Pilot eindrucksvoll, dass Routine im Enduro-Sport noch immer Gold wert ist. Auf den drei völlig unterschiedlichen Sonderprüfungen fand Beier vom ersten Meter an einen hervorragenden Rhythmus. Besonders unter den wechselhaften Bedingungen spielte er seine ganze Erfahrung aus, vermied größere Fehler und arbeitete sich mit konstant starken Fahrzeiten immer weiter nach vorne. Am Ende wurde sein Einsatz mit einem starken fünften Platz im Championat sowie einer überzeugenden Leistung in der Klasse E2 belohnt. Ein Ergebnis, das einmal mehr unterstreicht: Die jungen Wilden sorgen zwar für frischen Wind, doch die Routiniers sind noch lange nicht bereit, die Bühne kampflos zu verlassen. Nach einem ereignisreichen Auftakt richtet sich der Blick nun bereits auf den zweiten Fahrtag. Ab 08:00 Uhr eröffnet erneut die Mini-Enduro-Europameisterschaft das Renngeschehen, bevor ab 13:00 Uhr die Fahrerinnen und Fahrer der Deutschen Enduro Meisterschaft erneut auf die Strecke gehen und die nächsten wichtigen Meisterschaftspunkte vergeben werden.
    Alle ausführlichen Ergebnisse sind unter www.enduro-dm.de zu finden


    06.08.2026 Text: Alexander Gehlert / ADAC Enduro Foto: Marcel Sänger / ADAC Enduro